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ÜBERSÄUERUNG: Die Wahrheit Teil 1/2 | Kann dein Körper übersäuern? | #071

ÜBERSÄUERUNG: Die Wahrheit Teil 1/2 | Kann dein Körper übersäuern? | #071

Übersäuerung des Körpers - Das ist die komplette Wahrheit

Übersäuerung des Körpers – Ernährungswissenschaftler erklärt die komplette Wahrheit über den Säure-Basen Haushalt

Bestimmt bist du auch schonmal auf das Thema “Übersäuerung des Körpers” gestoßen. Es ist eines der am kontrovers diskutiertesten Themen der Ernährungswissenschaft. Vielleicht hast du dann auch angefangen darauf zu achten, dass du mehr basische Lebensmittel konsumierst. Was ist dran an dieser Hypothese?

Als Ernährungswissenschaftler hat mich das Thema schon immer faszinierst, jedoch habe ich mich nie wirklich daran getraut. Heute habe ich es endlich getan. Decken wir also auf: In diesem Artikel zur Podcast-Folge 071 erfährst du, was dran ist, an der Säure-Basen-Theorie des Körpers.

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Mein Name ist Robert Siegers. Ich bin ausgebildeter
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Die im Intro und Outro genutzte Musik ist Apollo von Kyris.

Die Übersäuerung des Körpers – Was soll das sein?

Den Begriff Übersäuerung hört man vermehrt, wenn man sich mit dem Thema Ernährung etwas näher auseinandersetzt. Auch in meinem Podcast, wird das Thema Säure-Basen-Haushalt des Körpers immer wieder aufgegriffen. Doch was soll das eigentlich sein? Wird der Begriff mit den zwei Umlauten zu häufig im Podcast erwähnt?

Bei meiner Recherche bin ich schnell darauf gestoßen, dass es viele Meinungen zum Thema Übersäuerung gibt und der Begriff oftmals auch falsch verstanden, sowie missinterpretiert wird. Genau deshalb möchte ich das Thema heute tief gehend chemisch, biochemisch, sowie ernährungsphysiologisch durchleuchten. Ich versuche dabei Fachbegriffe möglichst zu vermeiden und es für jeden so verständlich wie möglich zu machen! Alle Links, Quellen und wissenschaftlichen Artikel findest du ganz oben in den Shownotes.

Drei medizinische Formen der Übersäuerung des Körpers

  1. Die Metabolische Azidose durch Ketone. Diese Form der Übersäuerung tritt besonders bei Erkrankungen wie der Niereninsuffizienz auf. Ketone sind die kleinen Dinger, die der Körper zum Beispiel auch bildet, wenn du keine Kohlenhydrate isst, also so wirklich gar keine. 😉
  2. Die respiratorische Azidose durch unzureichend abgeatmetes CO2. Diese Form der Übersäuerung tritt häufig bei Lungenerkrankungen auf.
  3. Die chronisch-latente Azidose. Hier werden die basischen Pufferreserven im Blut teilweise verbraucht. Der pH-Wert im Blut wird bei dieser Form der Erkrankung jedoch noch nicht verändert. Es sind noch ausreichende Mengen an Mineralen im Körper vorhanden, daher greift der Körper diese eigenen Minerale, wie zum Beispiel Phosphate in den Knochen an, um die Puffer im Blut aufrechtzuerhalten.

An dieser Stelle muss ich einwerfen, dass es noch keine wissenschaftlichen Beweise für eine derartige Übersäuerung gibt und sich Wissenschaft, Medizin, Alternativmedizin und Ernährungswissenschaft sehr uneinig sind, was die Azidose des Körpers anbelangt. Ahaaaa.

Welche Rolle spielt der pH-Wert bei der Übersäuerung des Körpers und was ist ein Puffer?

In Verbindung mit dem Thema Übersäuerung fallen häufig die Begriffe “pH-Wert” und “Puffer”. Was soll das sein? Um das zu verstehen, musst du eins wissen. Das Blut muss immer in einem sehr eng kalkulierten Bereich auf der pH-Skala zwischen 7,35 bis 7,45 liegen. Der pH-Wert gibt dabei auf einer Skala von 0 bis 14 an, ob etwas sauer oder basisch reagiert. 0 auf der pH-Skala ist dabei extrem sauer, 7 ist neutral und 14 ist sehr basisch, beziehungsweise alkalisch. (Basisch und alkalisch meint das Gleiche.)

Ein Puffer ist dabei ein chemisches Stoffgemisch, dessen pH-Wert sich bei Zugabe von Säure/Base nur sehr gering ändert. Das Blut braucht diese Puffer, denn wenn sich der pH-Wert ungepuffert ändern würde, sobald eine starke Base oder Säure hinzukommt, würdest du..najaaa.. einfach sterben. Puffer sind also perfekt für die engen Bedingungen des Blutes. Es muss nun mal immer im pH-Bereich zwischen 7,35 und 7,45 liegen.

Ein einziger Puffer reicht nicht aus

Um auf Nummer sicherzugehen, hat der Körper das Blut mit mehreren Puffern ausgestattet. Der größte Puffer des Blutes ist der Kohlensäure-Bicarbonat-Puffer. Dieser kümmert sich um das Kohlenstoffdioxid, dass im täglichen Stoffwechsel anfällt. Normalerweise erfolgt die Abatmung von Kohlensäure, die im Stoffwechsel anfällt, einfach über die Lunge. Ein weiterer Puffer ist der Phosphat-Puffer. Dieser dient insbesondere für intrazelluläre Pufferung von Gewebe, wie deinen Herz- oder Muskelzellen.

Oft sprechen Menschen bei einer Übersäuerung davon, dass der Körper irgendwann Minerale aus den Knochen zieht, um der Übersäuerung entgegenzuwirken. Zu diesen Mineralen gehört zum Beispiel Phosphat für den Phosphat-Puffer. Es wäre daher logisch, dass der Körper sich Phosphat aus den Knochen für den Puffer holt, um der chronsich-latenten Azidose entgegenzuwirken.

Das Problem bei der Sache ist wieder, dass es keine wissenschaftlichen Belege dafür gibt, dass der Körper das wirklich tut. Es gibt erst recht keine Bestätigung dafür, dass eine “ungesunde Ernährung” an dieser Übersäuerung Schuld sein könnte. Möglich wäre bloß eine zu geringe Zufuhr an Nährstoffen, wie Phosphaten. Dann hättest du aber kein Säureproblem, sondern ein Nährstoffproblem. 😉

Welche Symptome treten bei einer Übersäuerung des Körpers auf?

Nun, das ist ja alles gut und schön. Wir haben bisher gelernt, dass es  viele Krankheiten, wie Niereninsuffizienz oder Lungenerkrankungen gibt, die dazu führen, dass sich der pH-Wert von Blut und Geweben kritisch verhält, oder ausgeglichen werden muss. Bestimmt fragst du dich jetzt jedoch, was ist mit gesunden Menschen ist?

Was ist mit einer basischen Ernährung gegen zu viele Säuren im Körper? Warum soll man mit basischem Backpulver gurgeln, um Halsschmerzen loszuwerden? Und warum gibt es Basenkapseln, um nach einem fettigen Essen oder zu vielen Energydrinks und Kaffee das Sodbrennen zu behandeln? All diese Symptome sollen doch bei einer Übersäuerung des Körpers auftreten. Ist doch etwas dran oder brauchen wir einen anderen Ansatz?

Zuerst muss man folgendes festhalten:

Eine Azidose, also eine Verschiebung des pH-Wertes im Blut unter 7,35, auch Übersäuerung genannt, hat nichts mit einer zu „sauren Ernährung“ zu tun. Wir haben zum einen die evidenz-basierte und anerkannte krankheitsbedinge Übersäuerung und die in der Schulmedizin nicht-belegte ernährungsbedinge Übersäuerung. Die Medizin sagt dazu, es gäbe keinen biochemischen Mechanismus, der dazu führe, dass Lebensmittel den pH-Wert des Blutes durcheinander bringen, weil die Puffersystem dies gar nicht zuliessen.

Einzig eine protein- und purinreiche Ernährung, führt auch bei gesunden Menschen zu einer Säureanreichung und zwar im Urin. Die Säureanreicherung tritt auf, nachdem die Niere dafür gesorgt hat, dass die Säuren, wie Harnsäure, ein Stoffwechselprodukt, beispielsweise im Purinstoffwechsel erfolgreich abgeführt werden kann.

Ganz kurz: Was sind Purine?

Purine sind Stoffe, die Proteine begleiten können. Sie sind Teil der DNA, die in Keinzellen enthalten ist. Lebensmittel, die viel DNA und somit auch Purine enthalten sind zum Beispiel Meeresfrüchte und Fleisch aber auch Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen und Bohnen.

Fazit: Übersäuerung des Körpers – Das musst du wissen!

Solltest du jetzt in den nächsten Supplement- oder Drogerieladen rennen und dir ein Basenpulver zulegen? Wir können festhalten, dass die Blutpuffer gut dafür sorgen, dass unser Körper nicht übersäuert und Säuren abpuffern kann. Auch wenn diese teilweise “verbraucht” werden, gibt es keine Belege dafür, dass der Körper es nicht schaffen könnte, deinen Blut-pH-Wert im Bereich von 7,35 bis 7,45 zu halten.

Ein Basenpulver einzunehmen, ist somit nicht nötig. Eine Übersäuerung des Körpers gibt es aus medizinischer Sicht zwar, jedoch wird diese sehr wahrscheinlich nicht durch die Ernährung ausgelöst. Funktionieren die Puffer im Blut nicht mehr, liegt wahrscheinlich ein Nährstoffproblem vor, kein Säureproblem. 🙂

Hier geht es zu Teil 2 der Wahrheit über die Übersäuerung des Körpers. Im zweiten Teil spreche ich über Erkältungen und Infektionen durch Übersäuerung.

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