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ÜBERSÄUERUNG: Die Wahrheit Teil 2/2 | Erkältung & Infektionen durch Übersäuerung? | #072

ÜBERSÄUERUNG: Die Wahrheit Teil 2/2 | Erkältung & Infektionen durch Übersäuerung? | #072

Übersäuerung des Körpers - Das ist die komplette Wahrheit

Übersäuerung des Körpers – Was Infektionen wie Grippe und Erkältung mit einem schlechten Säure-Basen-Haushalt zu tun haben

Im letzten Artikel habe ich euch bereits ausführlich erklärt, wie der Säure-Basen-Haushalt des Körpers funktioniert und das über dieses Thema sehr viel Humbug erzählt wird. Hier geht es nochmal zum ersten Teil der Reihe. Nun, nachdem wir besprochen haben, was der pH-Wert ist, wie die Puffersysteme des Körpers funktionieren und wie wir unser inneres Milieu durch den Säure-Basen-Haushalt konstant halten, bleibt für mich noch eine Frage offen…

Inwieweit haben überhaupt irgendwelche Säuren oder Umwelteinflüsse Auswirkungen auf den Organismus? Und wo genau liegen die Ursachen?


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Übersäuerung des Körpers durch Umwelteinflüsse?

Diesen Mechanismus greift VOLNEY S. CHENEY in einem Paper, das bereits vor 95 Jahren erschienen ist auf. Damals wurde mit 40.000 Probanden untersucht, wo mögliche Ursachen für Infektionen wie Erkältungen und Grippe liegen könnten.

An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass es sich bei dieser Untersuchung leider 1. um ein sehr altes Paper handelt (was dadurch nicht unbedingt den Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit verliert, aber möglicherweise in Teilen “falsche” Aspekte beinhaltet) und 2. es sich nur um ein Review des durchführenden Arztes selbst handelt, also keine Primärstudie mit Originaldaten vorliegt.

Nach Cheney hätten Erkältungen per se nichts mit Kälte zu tun. Das sie im Winter häufiger auftreten, als im Sommer, könne auch an mehreren anderen Faktoren liegen. Im Winter sei für den Menschen weniger Sonnenlicht verfügbar, was eine geringere Vitamin D-Produktion zur Folge hätte und somit zu einer veränderten biochemischen Blutzusammensetzung führte. Die Folge seien dann Einschränkungen im Calcium-Stoffwechsel, da kaum bis keine Fixierung von Calcium in den Knochen stattfände.

Des Weiteren listet Cheney weniger sportliche Aktivität im Winter, weil die Menschen weniger rausgingen. Auch gäbe es weniger saisonale pflanzliche Lebensmittel und somit würden die Menschen mehr Proteine konsumieren, die größtenteils aus tierischen Lebensmittel stammen würden. Das bedeutet natürlich auch mehr Säure-Entstehung, beispielsweise Harnsäure aus Purinen, die ausgeschieden werden muss.


Entstehen Erkältungen und Infektionen durch Übersäuerung?

Eine Frage, die sich mir in Verbindung mit Cheneys Untersuchung stellt, ist ob Erkältungen und Infektionen mit einer Übersäuerung des Körpers zu tun haben können. Eine Erkältung soll nach Definition eine akute Infektion der Nasenschleimhaut oder der oberen Atemwege sein. Dabei kann jedoch kein eindeutiger Erreger festgemacht werden. Obwohl Infektionen durch Erreger über Tröpfchen- oder Schmierinfektionen weitergeben werden können, sei der Auslöser nicht zwingend ein bereits kranker Wirtsorganismus, wie ein anderer Mensch, denn man könne sich auch erkälten, ohne dass andere Menschen anwesend sind.

Es liege also eher an der Umwelt (heiße trockene Luft, mangelnde Hygiene etc.), die dazu führt, dass sich ein Virus verbreitet.

Bei Laboruntersuchungen kamen nach Cheney Review seiner eigenen Daten in dieser Studie bei Patienten verschiedene Dinge heraus:

  • Erhöhte Werte an Säure im Urin
  • Eine verminderte Leistung der Bindung von CO2 im Blut durch alkalische Bicarbonate im Puffer (maximum 52 %)
  • Besonders auffällig minimierte Natrium- und Calcium-Salze im Blutserum
  • Verminderter Blutzuckerspiegel (leider keine Daten zum überprüfen, nur Review)
  • Metabolische Rate insgesamt katabol
  • Sekrete der Nasenschleimhaut waren weniger alkalisch als sonst, was besseren Nährboden für Erreger bietet, was mit Säure-Teststreifen untersucht wurde, die leider nur freie Säuren, keine gebundenen anzeigen

Cheneys Natron-Kur gegen Erkältungen zum Nachmachen

Wie hat Cheney seine Patienten damals behandelt? Aus seinem Paper geht hervor, dass er ihnen eine orale Kur in Form von Natriumhydrogencarbonat verabreicht hat, um ihren Säure-Basen-Haushalt wieder zu normalisieren. Natriumhydrogencarbonat bekommt man noch heute frei erhältlich als “Natron” oder “Kaisernatron” in jedem Drogeriemarkt.

Kaisernatron, auch Natriumhydrogencarbonat genannt
Kaisernatron, auch Natriumhydrogencarbonat genannt

Natron wird normalerweise für die Reinigung von Küche, Bad und Co. verwendet, jedoch ist es ein einfaches Basenpulver, dass Säuren neutralisiert.

Bitte nicht verwechseln mit Waschsoda oder auch reiner Soda [Natriumcarbonat]!

Für seine Patienten hat Cheney folgende Kur vorgeschlagen – Wenn die Erkältung oder Grippe eintritt, dann sollen die Symptome innerhalb von 32 bis 48 Stunden verschwinden, durch dieses Einnahme-Muster:

  • Tag 1: Alle zwei bis drei Stunden je einen Teelöffel Natron in lauwarmen Wasser gelöst trinken (6 Einnahmen an diesem Tag)
  • Tag 2: Alle drei Stunden je einen Teelöffel Natron in lauwarmen Wasser gelöst trinken (4 Einnahmen an diesem Tag)
  • Tag 3: Zwei mal je einen Teelöffel Natron in lauwarmen Wasser gelöst trinken (2 Einnahmen an diesem Tag)
  • Tag 4 und folgende: Je einen Teelöffel Natron in lauwarmen Wasser gelöst trinken, bis die Symptome weg sind

Kaisernatron ist bei einer so kurzen Einnahmedauer nicht gefährlich. Wer den Versuch selbst ausprobieren möchte, kann das gerne tun. Bei einer zu langen, regelmäßigen Einnahme von Natron kann es jedoch zu Verdauungsproblemen und einer erhöhten Infektanfälligkeit kommen. Das liegt daran, dass die Magensäure ständig neutralisiert wird, die einerseits für die  Proteinverdauung immens wichtig ist und andererseits erste Erreger im Körper abtöten soll.


Der Zusammenhang zwischen Säure-Basen-Haushalt und Erkältungen

Zusammenfassend lässt sich sagen:

Wir sollten nicht von Übersäuerung an sich sprechen, sondern viel eher, und wenn überhaupt, von einer systematischen Störung und Belastung des komplexen Puffer-Systems des Blutserums.

Ständige Umwelteinflüsse wie Bewegungsmangel, Faulheit, Verstopfung und Stau von Darm oder Lymphe und Infektionen anderswo im Körper, sowie eine unausgewogene Ernährung, die dem Körper zwar nicht direkt schadet, da die Leber und die Nieren mit der Ausscheidung vieler Endprodukte und Säuren wie Harnsäure durch Proteine im gesunden Organismus gute Arbeit leisten, setzen dem System samt Puffer und Immunabwehr dennoch zu.

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