B2B Suchmaschinenmarketing (SEM): SEO und SEA für B2B (Update 2022)

B2B SEO und SEA

„Suchmaschinenmarketing für B2B Unternehmen.“ Beim Lesen dieser Wörter kommt direkt Freude in uns auf. Es ist genau das Thema unserer Siegers Media Agentur. Und das nicht ohne Grund!

Unsere Erfahrung zeigt, dass Suchmaschinenmarketing das Zentrum einer jeden B2B Marketing Strategie darstellt. Das gilt für Industriehersteller wie auch für Dienstleister gleichermaßen. Egal mit welchen Touchpoints Suchende, Einkäufer, Ingenieure oder Produktinteressenten im Vorhinein in Kontakt waren, irgendwann nutzen sie alle Google, um nach dem Unternehmen zu suchen, das spannende Produkte oder Services für ihren Bedarf anbietet.

Vielleicht hast du dich sogar bereits selbst schon einmal dabei ertappt: Ob Messekontakt, Weiterempfehlung, LinkedIn-Post oder ein zufälliger Geschäftskontakt auf der Hochzeitsfeier der eigenen Tochter, nach einem „Ah, das klingt spannend! Genau dafür suchen wir gerade einen neuen Partner!“, geht es ins Internet, um die Firmenwebsite zu besuchen.

Ohne Suchmaschinenmarketing würdest du jedoch keine einzige B2B-Website finden können. Damit dieses Problem nicht auftritt und auch deine Website für suchende Käufer mit Bedarf im Netz sichtbar ist, haben wir diesen übersichtlichen Artikel zu dem Thema für dich verfasst. Hier findest du einen Überblick über die gesamte Thematik des Suchmaschinenmarketings für Business To Business Unternehmen. Wir erklären dir, was unter SEO und SEA zu verstehen ist und geben dir weiterführendes Wissen an die Hand, damit auch du bald mit deiner B2B-Website in die Sichtbarkeit treten kannst.

Definition: B2B Suchmaschinenmarketing (SEM) im schnellen Überblick

Beginnen wir ganz klassisch mit der Definitionsfrage. Was ist eigentlich Suchmaschinenmarketing? Die Kurzfassung lautet:

SEM = SEO + SEA

Die Abkürzungen stehen für:

  • SEM = Search Engine Marketing (Englisch für Suchmaschinenmarketing)
  • SEO = Search Engine Optimization (Englisch für Suchmaschinenoptimierung)
  • SEA = Search Engine Advertising, meist sind damit Google Ads oder Bing Ads gemeint (Englisch für Suchmaschinenwerbung oder -anzeigen)

Aber mal ganz von vorne. Das Feld des Suchmaschinenmarketings setzt sich also zusammen aus den beiden großen Teilfeldern der Suchmaschinenoptimierung (SEO) und der Suchmaschinenwerbung (SEA). Diese beiden Kernbereiche des SEMs sind für B2B Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung unerlässlich. Sie ermöglichen Unternehmen im Netz für Ihre Produkte in die Sichtbarkeit zu treten und für suchende Einkäufer auffindbar zu sein.

Die Unternehmenswebsite steht beim Suchmaschinenmarketing im Zentrum. Sie ist das Vehikel, das Informationen darstellt und transportiert. Die Website wird von Suchmaschinen wie Google, Bing und Co. gelistet und erst dank SEO und SEA sind Positionen ganz vorne in den Suchergebnissen möglich.

Je genauer du die Suchintention deiner Kunden kennst, desto bessere Inhalte kannst du auf deiner Seite veröffentlichen. Die Inhalte auf deiner Website sind der Schlüssel zu erfolgreichem, konkurrenzfähigen Suchmaschinenmarketing im B2B Umfeld. Dazu später mehr.

Definition von Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Der erste Teil des Suchmaschinenmarketings dreht sich um das Thema Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO. Unter SEO verstehen wir die organische Optimierung von Inhalten für die Suchmaschine beziehungsweise den suchenden Menschen. Organisch bedeutet, dass deine Inhalte im zentralen Bereich der Suchergebnisseite gelistet werden. Diese Suchergebnisse reihen sich zwischen den platzierten Werbeanzeigen am oberen und unteren Rand der Ergebnisseite ein. Für eine organische Platzierung zahlst du natürlich keinen Cent – bloß den Arbeitsaufwand einen großartigen, Mehrwert stiftenden Inhalt für den Nutzer zu erschaffen. 😉

Organische Suchergebnisse (SEO-Ergebnisse)

Was SEO NICHT ist!

Als B2B Online Marketing Agentur haben wir irgendwann das Gefühl entwickelt, dass SEO einen schlechten Ruf genießt. Aus diesem Grund wollen wir hier kurz erläutern, was SEO nicht ist. Viel zu häufig vermuten Firmen hinter SEO irgendeine technische Optimierung, die sich auf der Website durchführen lässt. Großzügig dazu beigetragen haben mit Sicherheit die zahlreichen SEO Checks, die sich bei Google finden lassen.

Als Ergebnis bekommst du eine lange Liste an technischen Änderungen, die du an der Website durchführen sollst, damit diese für ein bestimmtes Keyword besser ranked. Während technische Anpassungen an der Seite ihre Berechtigung haben, stellen sie trotzdem bei weitem nicht das Zentrum einer Umsatz bringenden SEO-Strategie dar. Vielmehr steht die Erstellung von Nutzer zentrierten Inhalten im Vordergrund. Das ist SEO.

SEO ist keine rein technische Optimierung, um die Suchmaschine zu befriedigen. Erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung konzentriert sich immer auf den suchenden Nutzer und seine Erfahrung mit den Inhalten auf der gefundenen Website.

Die Suchmaschinenoptimierung lässt sich unterteilen in zwei übersichtliche Teilbereiche: die Onpage SEO und die Offpage SEO.

Onpage SEO im B2B Umfeld

Unter Onpage SEO kannst du alles einordnen, was auf der eigenen Website optimiert werden kann. Hierunter fallen alle Anpassungen und die Erstellung der Inhalte, Keywords, Meta-Titel- und Beschreibungen sowie technische Optimierungen.

Im B2B Umfeld erfolgt die Onpage Optimierung gerichtet an B2B Einkäufer, Ingenieure oder Käufer von Dienstleistungen und Software. Bestimmt verkaufst auch du eher komplexe Produkte, die einen gewissen Grad der Erklärung bedürfen. In der B2B Onpage SEO solltest du dich daher darauf fokussieren, technisches Know-how und die Anwendungsfälle deiner Produkte sinnvoll darzustellen.

Erfahrungsgemäß sind in der Onpage SEO vieler Industriebranchen Inhalte wie einkäuferrelevante Fragen, technische Datenblätter, Anwendungsbereiche oder Material- und Produkteigenschaften aufzuführen.

Offpage SEO für B2B

Die Offpage SEO ist der zweite Teil der Suchmaschinenoptimierung. Alles, was nicht direkt die eigene Website betrifft und hier erledigt werden kann, fällt hierunter. Eigentlich ist die Offpage SEO gar kein Feld, auf das man groß Einfluss nehmen kann – zumindest wenn man nach den Google Richtlinien geht. Es geht primär um das Thema Linkbuilding. Vielleicht hast du davon schon einmal gehört.

Linkbuilding umfasst den Aufbau von Referenzlinks, die von außen auf die eigene Stammseite oder ihre Unterseiten verweisen. Je mehr qualitativ hochwertige Links deine Website besitzt, desto vertrauenswürdiger erscheint diese für Google. Da Linkbuilding, das aktiv betrieben wird, gegen die Google Richtlinien verstößt, lässt sich hier eigentlich nicht so viel machen. Eigentlich…

Möglich ist natürlich trotzdem ein gezielter Linkaufbau, der möglichst natürlich (organisch) erscheint. Für B2B Unternehmen eignen sich für den Anfang die klassischen Einträge in Branchenverzeichnisse oder Herstellerkataloge. Weiterhin sind Verlinkungen mit Partnern und Lieferanten empfehlenswert. Technikblogs oder spezifische Branchenmagazine bieten besonders hochwertige Verlinkungen. Mehr zum Thema Linkbuidling erfährst du weiter unten in diesem Artikel beim Thema „SEO-Stellschraube Linkbuilding“.

Definition von Suchmaschinenwerbung (SEA)

Du willst mit deinem Industrieunternehmen schnell online sichtbar werden? Dann solltest du dich einmal mit dem zweiten Teil des Suchmaschinenmarketings beschäftigen. Suchmaschinenwerbung (Search Engine Advertising), kurz SEA bezeichnet die Platzierung von Werbeanzeigen auf der Suchergebnisseite.

Relevante Anbieter für Suchmaschinenanzeigen gibt es auf dem deutschen Markt im Großen und Ganzen nur zwei: Google und Bing. Im Rahmen der bezahlten Suchmaschinenwerbung nimmst du immer an einem Auktionsmodell der beiden Plattformen teil. Grob erklärt, bekommt der höchstbietende auch die höchste Position auf der Ergebnisseite. Bei der Auktion wird auf den Preis pro Klick geboten, den Unternehmen bereit sind, für eine Platzierung zu zahlen. Wir sprechen hier auch vom sogenannten CPC-Modell (Cost per Click).

SEO und SEA im Vergleich: Darauf kommt es wirklich an

B2B vs. B2C Suchmaschinenmarketing: Unterschiede bei Strategie und Keywords

Aus der Vogelperspektive betrachtet könnten wir glauben, es gäbe keinen Unterschied zwischen B2B und B2C Suchmaschinenmarketing. Im Kern ist das auch absolut korrekt.

In beiden Fällen ist das Ziel Inhalte zu veröffentlichen, die den Suchenden weiterhelfen und möglichst, das die Suchintention betreffende Problem zu lösen.

Es gibt keinen eigenen organischen Suchalgorithmus für den B2B-Markt und keinen expliziten Kampagnenmanager für B2B Produkte.

Rein technisch gesehen, gibt es also keinerlei Unterscheidung zwischen B2B und B2C Produkten. Doch strategisch gesehen, macht es sehr wohl einen Unterschied, ob dein Unternehmen Kupferdraht Hersteller für die Industrie ist oder Angelartikel an Endverbraucher verkauft. Warum?

Nähern wir uns der Thematik mal anhand eines fiktiven Beispiels. Max ist Ingenieur in einem Industrieunternehmen. Außerdem angelt er gerne in seiner Freizeit. Im Grunde sind der berufliche Max und der Freizeit-Max zwei verschiedene Personen. Das liegt daran, dass Max im beruflichen Kontext als Ingenieur Entscheidungen anders trifft, als wenn er in seiner Freizeit im Web surft auf der Suche nach neuen Ködern für sein Angel-Hobby.

Suche im B2B KontextSuche im B2C Kontext
Max Ausgangssituation: Im Rahmen einer Produktneuentwicklung sucht er einen neuen Lieferanten für Kupferdraht Legierungen.Max Ausgangssituation: Für sein Angel-Hobby sucht Max neue Ködertypen.
Max vergleicht eine Vielzahl an Anbietern wie Hersteller und Händler für Drahtprodukte im Industriebereich. Er holt Angebote ein und spricht mit den Vertrieblern der Firmen.Max sitzt am Abend am Tablet, recherchiert passende Ködertypen bei Google und entscheidet sich schnell für den Kauf in einem Onlineshop für Angelzubehör.
Max legt die Angebote seinem Vorgesetzten vor. Dieser klärt mit der Einkaufsabteilung ab, ob das benötigte Budget zur Verfügung steht.
Gemeinsam mit der Einkaufsabteilung treffen sie in den darauffolgenden Wochen eine Entscheidung für den neuen Lieferanten.
Unterschiede in der Suche zwischen B2B und B2C Kontexten

Der Such- und Entscheidungsprozess findet im B2B über eine viel längere Zeitspanne statt, als im B2C. Während im B2C schnelle, meist kostengünstige Entscheidungen getroffen werden, ist die B2B Recherche in der Regel ein längerer Prozess, bei dem mehrere Entscheider und ein großes Budget beteiligt sind.

Nach der B2B Path to Purchase Study von Google selbst aus dem Jahr 2014, haben suchende B2B Einkäufer vor dem konkreten Besuch einer B2B Unternehmenswebsite bereits durchschnittlich 12 Suchen durchgeführt. Dies bestätigt klar den großen Umfang einer B2B Recherche.

B2B SEM Strategie: Die besonderen Eigenschaften von B2B Produkten und Leistungen

Nicht nur der Umfang der Suche von B2B Produkten und Leistungen unterscheidet sich zum Handel im Endverbrauchermarkt. Auch die Besonderheiten von B2B Gütern haben einen Enfluss auf die Strategie des Suchmaschinenmarketings. In vielen Fällen sind Produkte und Services im geschäftlichen Bereich vor allem eines: komplex, erklärungsbedürftig und speziell.

Entsprechend fällt die Vermarktung der Produkte aus. Die Käuferschaft von Industrieprodukten sind nämlich alles Männer und Frauen vom Fach. Dazu gehören strategische Einkäufer, Ingenieure, Techniker, Informatiker oder Geschäftsführer mit breitem Branchenwissen.

Deine persönliche B2B Suchmaschinenmarketingstrategie sollte daher explizit auf eine meist technische und spezialisierte Zielkäuferschaft ausgerichtet sein. Die Frage, die du dir stellen kannst ist: „Wie schaffe ich es, meine Produkte auf meiner Website so zu präsentieren, dass ich Nutzen und Anwendungsfall im Industrieumfeld möglichst auf einen Blick ersichtlich kommuniziert bekomme?“ Im Detail gehen wir darauf später im Artikel unter dem Abschnitt „Die Rolle der Unternehmenswebsite im Suchmaschinenmarketing“ noch ein.

An dieser Stelle stellt sich häufig die Frage, ob Emotionen im B2B Umfeld überhaupt erlaubt seien.

Emotionen im B2B Umfeld – Ja oder nein?

Eine Frage vorab: Verkauft dein Unternehmen an Roboter oder an Menschen? 🙂

Natürlich ist es richtig, dass wir es im B2B Umfeld mit technischen und strategischen Käufern zutun haben. Diese sind jedoch, so rational ihre Entscheidungen auch sein mögen, Menschen voller Emotionen. Auch wenn die Entscheidung für die Zusammenarbeit mit einem neuen Kupferdrahthersteller auf sachlicher Grundlage getroffen wird, heißt das nicht, dass emotionale Kommunikation gänzlich ignoriert werden kann. Das trifft vor allem dann zu, wenn es um das Thema der langfristigen Kundenbindung geht.

Wie der Begriff KundenBINDUNG schon vermuten lässt, sind hier Emotionen im Spiel. Zu diesem Schluss kommt auch die B2B Marketing Studie „5 Priciples Of Growth in B2B Marketing“ von LinkedIn. Unter Principle 5: Harness the Power of Emotion kommen die Autoren Binet und Field zu der Erkenntnis, dass die rationale Ansprache im Geschäftsumfeld besonders gut für kurzfristige Vertriebserfolge taugt. Die Käufer im Industrieumfeld finden reine Produktinformationen hilfreich und nützlich.

Für die langfristige Kundenbindung und den Markenaufbau sind allerdings zusätzlich emotionale Komponenten von Nöten. Über den Zeitverlauf nimmt die Nützlichkeit von rein rationaler oder technischer Information ab. Menschen vergessen reine Produktinformationen schnell, wenn sie nicht akut auf der Suche nach einem Produkt sind. An dieser Stelle sind Brandingmaßnahmen, die Bestandskunden auf emotionaler Ebene abholen unerlässlich.

„In B2B marketing, just as in B2C, we find that rational persuasion works well for short-term sales activation, because people who are actively buying find product messages interesting and useful. But the rational approach does not work well for long-term brand building, which requires talking to people before they come to market. These people are much less interested in product information right now, so they either screen product messages out or quickly forget them.“

Binet L. und Field P.; THE 5 PRINCIPLES Of Growth In B2B Marketing

Keywords im B2B Umfeld vs. Keywords im B2C Umfeld

Einer der größten Unterschiede im B2B Suchmaschinenmarketing bezieht sich auf den Bereich der Keywords. Wir stellen das immer wieder fest: B2B Keywords unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von Endverbraucheranfragen. In diesem Abschnitt möchten wir kurz auf drei Kernunterschiede eingehen: das Suchvolumen, die Intention der Keywords und die Klickpreise. Letztere betreffen das Thema bezahlte Suchmaschinenwerbung im B2B Umfeld.

Suchvolumen

Kewords rund um Industrieprodukte und Services haben grundsätzlich deutlich weniger Suchvolumen pro Monat, als Suchanfragen im Endverbraucher-Markt. Hier einige Beispiele:

B2B-SuchanfrageMonatliches Suchvolumen
Kupferdraht Hersteller40
Hartmetall Rundstab30
Carbon Stäbe 110
Beispiele von Suchanfragen im B2B Umfeld in Deutschland

Im Vergleich dazu hier drei B2C Anfragen:

B2C-SuchanfrageMonatliches Suchvolumen
50 Zoll Smart TV1.900
Angel Köder3.600
Esstisch kaufen1.600
Beispiele von Suchanfragen im B2C Umfeld in Deutschland

Ist das geringe Suchvolmen nun ein Problem? Oder anders gefragt, lohnt es sich bei nur rund 30 monatlichen Anfragen überhaupt eine Optimierung auf ein Keyword wie „Hartmetall Rundstab“ vorzunehmen?

30 monatliche Anfragen bedeuten offensichtlich, dass jeden Tag mindestens ein Interessent nach diesem Industrieprodukt sucht – alleine in Deutschland. Zudem sind die Auftragsvolumina im B2B Umfeld meist bedeutend höher, als im Endkundenumfeld. Eine Optimierung auf die kleinen Keywords im B2B ist somit eine sehr gute Idee, um den Absatz in deinem Unternehmen zu steigern.

Keyword Intention

Beim Thema Keyword Intention möchten wir ganz deutlich werden: Es ist das am häufigsten vernachlässigste und zugleich allerwichtigste Thema rund um das Thema Suchmaschinenmarketing. Wenn du die Suchintention, beziehungsweise das Warum hinter der Recherche deines Kunden verstanden hast, gewinnst du. Aus diesem Grund kommt das Thema weiter unten im Artikel auch noch das ein oder andere Mal im detaillierten Kontext vor.

Die Begrifflichkeit „Keyword Intention“ ist ein spannender Doppelbegriff, denn er beschreibt ziemlich gut worauf es ankommt. Es geht nicht alleinig darum, im Suchmaschinenmarketing die richtigen Keywords auszuwählen, sondern vielmehr die jeweilige Intention hinter der spezifischen Suche zu durchblicken.

Im B2B Suchmaschinenmarketing bedeutet das zu verstehen, was Ingenieure, strategische Einkäufer, Techniker und Geschäftsführer möchten. Während es im B2C Kontext viele Arten der Suchintention gibt (allgemein informieren, kaufen, Problem selbst lösen, Anleitung erhalten, Definition recherchieren, Anbieter vergleichen usw.) lässt sich die Anzahl im geschäftlichen Umfeld meistens auf eine konkrete Art der Intention hinunterbrechen.

Der klassische B2B Käufer will sich 1) informieren, wobei er ein Industrieprodukt oder einen -service mit seinen gegebenen sachlichen Anforderungen abgleicht und 2) ein Angebot einholen, dass zu seinem verfügbaren Investitionsbudget passt.

Daraus ergibt sich in der Regel ein unternehmensspezifischen Fokus-Keywordset, das das Kernangebot der Firma abbildet. Einkäufer wollen dieses Kernangebot ausfindig machen, die angeforderten technischen Daten abgleichen und ein Angebot direkt beim Anbieter einholen.

Klickpreise

Zum Schluss möchten wir noch das Thema Klickpreise für B2B Produkte ansprechen. Bei diesen ist auffällig, dass sie geringer oder gleich hoch sind wie bei B2C Produkten, obwohl die verkauften Produkte meistens deutlich teurer sind. Wie kann das sein?

Die im B2B Umfeld typischen Durchschnittspreise für Klicks im SEA liegen zwischen 25 Cent und 1,50 Euro. Ursachen für geringe Costs per Click (CPC) sind unter anderem:

  • Wenige B2B-Unternehmen nutzen Google Adwords für die Vermarketung ihrer Produkte und Services
  • B2B Unternehmen haben wenig Expertise und schalten „schlechte“ oder unpassende Suchanzeigen
  • Industriefirmen haben noch keine konkurrenzfähigen Websites

Content und Landingpages für B2B Einkäufer

Auch zwischen Content und Landingpages gibt es natürlich Unterschiede im B2C und B2B. Auf das Thema Unternehmenswebsite an sich gehen wir weiter unten im Artikel noch in aller Tiefe ein.

Aus der Erfahrung mit B2B Kundenprojekten haben wir festgestellt, dass Content auf Hersteller- und Händlerwebsites häufig sehr dünn ist. Das bedeutet, Informationen für suchende Einkäufer werden nur rudimentär geliefert.

Fakt ist, dass sich strategische Einkäufer, Ingenieure und Suchende bei potenziellen Lieferanten und Hersteller allumfassend informieren möchten, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen. Natürlich gilt dies auch für B2C-Kunden, allerdings ist die Kundenreise (Customer Journey) im Falle von Industriekunden in der Regel deutlich länger (siehe Beispiel oben mit Max).

Entsprechend wichtig ist die Abdeckung der B2B Landingpage mit ganzheitlichem Content.

Die Rolle der Unternehmenswebsite im Suchmaschinenmarketing

Die Unternehmenswebsite eines B2B Hersteller oder Händlers, Dienstleisters oder Softwareanbieters ist die tragende Säule im B2B Suchmaschinenmarketing. Entsprechend sollte der Fokus und der Großteil der Anstrengungen und Investitionen auf dieser liegen. Eine großartige Unternehmenswebsite kann über Erfolg oder Misserfolg von Kampagnen entscheiden. Eine Adwords-Kampagne läuft weniger oder nicht profitabel, wenn die Landingpages nicht den Erwartungen der Suchenden entsprechen. Doch wie genau sieht die ideale B2B Landingpage aus?

Die perfekte Landingpage für B2B Suchmaschinenmarketing-Kampagnen

Ein kleiner Disclaimer vorab: Mit Sicherheit wird es noch weitere Möglichkeiten und Ansätze geben, wie sich eine sehr gute B2B Landingpage aufbauen lässt. Was wir dir hier aufzeigen ist unser Status Quo aus dem Jahre 2022, der sich aus der Erfahrung mit zahlreichen Kundenprojekten und Kampagnen aus verschiedenen B2B Industriebranchen ergeben hat.

Unserer Erfahrung nach dürfen auf der idealen B2B Landingpage für SEM-Kampagnen folgende sieben Elemente nicht fehlen:

  • Glasklare Produktkommunikation und ein Call To Action (CTA) im Header Bereich
  • Hervorhebung der USPs des Angebots
  • Beschreibung der Anwendungsfelder des Produktes
  • Ganzheitliche Beantwortung von Einkäufer relevanten Fragen
  • Gegebenenfalls ein technisches Produktdatenblatt
  • Kundenrezensionen, Fallbeispiele, Bewertungen und andere Trust-Elemente
  • Ein persönlicher Ansprechpartner mit Bild (Menschen kaufen von Menschen)

Die holistische Unternehmenswebsite ermöglicht eine schnelle und übersichtliche Kommunikation zwischen dir als Anbieter und den Suchenden.

Erst Website-Relaunch, dann SEO und SEA angehen?

Nein!
Nein!
Nein!

Wir können es gar nicht oft genug sagen. Trotzdem hören wir immer wieder genau das! Und es ist belastend. Dazu eine Kurzgeschichte.

Nachdem Herr Müller herausfand, wie wichtig Suchmaschinenoptimierung und Google Ads für sein B2B Unternehmen sind, beschloss er seine verstaubte Website, die zuletzt im Jahre 2003 erneuert wurde anzugehen. Hier muss schließlich was getan werden! Wir müssen mit unserem Unternehmen definitiv am Zahn der Zeit bleiben. Denn wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit, richtig? 🙂

Herr Müller meldete sich bei unserer Agentur: „Herr Siegers, wir müssen unbedingt dieses Thema Suchmaschinenmarketing angehen!“

Robert Siegers: „Großartig! Wann wollen Sie denn damit starten?“

Herr Müller: „Na so schnell wie möglich. Ich habe den Website-Relaunch schon bei einer Agentur in Auftrag gegeben. Da warten wir jetzt nur noch auf die Fertigstellung der Seite. Danach kann es mit SEO und Google Ads losgehen.“

Robert Siegers:

Quelle: https://giphy.com/gifs/zdf-reaction-xT0xeqAUMNESci8GuQ

Warum begegnen wir dieser Herangehensweise immer wieder mit Augenverdrehen? Ganz einfach, weil das Suchmaschinenmarketing grundsätzlich schon VOR der Planung der Website mit beachtet werden sollte (muss).

Ein Website-Relaunch eignet sich wie kein anderer Moment ideal für die Planung deiner Suchmaschinenmarketing-Strategie. Geschäftsführer laufen aus irgendeinem Grund allerdings immer mit dem Grundgedanken herum: Erst die Website erneuern, dann das Thema Suchmaschinenmarketing angehen. SEO bezieht sich ja dann nur noch auf ein paar technische Anpassungen und Keywordoptimierungen.. und SEA wird ja über den Google Kampagnen Manager eingerichtet, richtig?

Falsch! Denn das Thema Suchmaschinenmarketing beginnt schon bei den Grundlagen der Unternehmenswebsite. Schon die Sitemap inklusive URL Struktur sollte korrekterweise auf Basis einer Keywordanalyse konstruiert werden. Jede Landingpage, ob suchmaschinenoptimiert oder für eine SEA Kampagne, muss im Vorhinein geplant und im Rahmen des Websitebaus umgesetzt werden.

Was passiert also, wenn die Firmenwebsite ohne Berücksichtigung von Keywordanalyse geplant und umgesetzt wird? Die komplette Struktur der Seite muss zu mehr oder minder großen Teilen wieder umgeschmissen und neu geplant werden. Bestehende Seiten müssen erneut angegangen und überarbeitet werden. Du wirst auch Inhalte direkt nach Relaunch abändern, neu angehen oder erweitern müssen.

Das führt natürlich zu Mehrkosten im vier- bis fünfstelligen Bereich und einer Verzögerung in der Umsetzung.

Herr Müller, wollen Sie diese Kosten vermeiden? Beauftragen Sie erst die SEO Agentur, dann den Designer.

Merke dir: Erst die SEO-Agentur beauftragen, dann den Webdesigner.

Die Rolle von SEM in der B2B Customer Journey

Die Customer Journey im B2B Umfeld hat sich in den letzten Jahren in einem zügigen Wandel ruckartig verändert. Besonders die Corona-Krise wirkte wie Benzin, das ins bereits lodernde Feuer der Digitalisierung gegossen wurde. Die Digitalisierung und eine Verschiebung vieler Touchpoints in unterschiedlichen Phasen hin zur Onlinepräsenz prägen das heutige und zukünftige Umfeld in dem sich B2B-Käufer bewegen.

Grob aufgeilt, lässt sich die B2B Customer Journey im Industrieumfeld in fünf Phasen gliedern:

  • Wahrnehmung
  • Evaluierung
  • Kaufabschluss
  • Engagement
  • Kundenbindung
Die Rolle von SEO und Google Ads in der B2B Customer Journey

Eine besonders hohe Relevanz des Suchmaschinenmarketings wird der B2B Kundenreise in den ersten beiden Phasen zuteil: der Wahrnung und der Evaluierung. Doch auch in späteren Phasen wie zum Beispiel während des Kundenengagements oder im Rahmen der Kundenbindung spielt die digitale Präsenz im B2B eine Rolle.

Phase 1: Wahrnehmung

Hast du schon einmal ein neues Produkt gebraucht? Natürlich! Wo bist du mit dieser Neuanschaffung erstmals in Berührung gekommen? Im einundzwanzigsten Jahrhundert lautet die Antwort zumeist im Internet.

Das gilt auch für B2B Produkte und Leistungen. Doch auch wenn die erste Wahrnehmung eines Angebots nicht auf direktem Wege über einen Onlinekanal geschah, sondern über eine Messe, ein Geschäftsessen am Donnerstagabend oder einen klassischen Außendienstbesuch, die digitale Auffindbarkeit wird trotzdem früher oder später eine wichtige Rolle spielen.

An dieser Stelle kommen die eigene Firmenwebsite samt aller Landingpages, die Suchmaschinenoptimierung als auch das Thema bezahlte Werbeanzeigen ins Spiel. Hast du einmal auf irgendeinem Wege von einem Produkt oder einer Leistung erfahren, wirst du Schlüsselbegriffe zum gehörten Angebot oder der Marke im Netz suchen. Dabei nimmst du alle präsentierten Angebote und Informationen erst einmal wahr.

Phase 2: Evaluierung

Weiter geht es mit der Phase der Evaluierung. Hier werden zuvor wahrgenommene Informationen systematisch erfasst, analysiert und ausgewertet. Zugegeben kann sich diese Phase auch mit der ersten Phase der Wahrnehmung vermischen.

Im Prinzip suchen strategische Informationen zu diesem Zeitpunkt allerdings gezielt nach Informationen zu einem Angebot. Sie sind sich bereits bewusst, was sie brauchen. In der Evaluierungsphase werden gezielt Websites von Lieferanten, Herstellern, Händlern oder Anbietern besucht. Eine besondere Wichtigkeit haben hier die Landingpages der Unternehmen.

Die Landingpages sind die Unterseiten, auf denen Produkte und Leistungen auf kommerzieller Weise aufbereitet und dargestellt werden. Es gibt nun zwei Möglichkeiten, wie Unternehmen die eigenen Produktseiten für die Käuferreise nutzen. In den meisten Fällen werden die Seiten mithilfe von gezieltem Suchmaschinenmarketing sichtbar gemacht. Über die Suchmaschine finden Interessenten diese selbstständig und holen Informationen ein. Eine weitere, allerdings seltenere Möglichkeit, wie Unternehmen ihre Seite nutzen ist, dass sie diese im Rahmen einer Produktpräsentation gemeinsam mit dem Interessenten besuchen und ihn manuell durch ihr Angebot navigieren.

Nach dem Einholen von wichtigen Informationen zum Angebot auf den Landingpages der Firmen, wollen die Suchenden Angebote einholen. Dies geschieht idealerweise über die persönliche Anfragefunktion auf den Landingpages oder persönlich beim Produkt- oder Vertriebmanager beziehungsweise dem Geschäftsführer.

Phase 3: Kaufabschluss

Nach dem Einholen verschiedener Angebote steht die Entscheidung an. Der Kaufabschluss wird auf Grundlage einer Vielzahl an Faktoren getroffen. Du kennst das mit Sicherheit. 🙂 Wie bereits oben beschrieben, sind im B2B auch fast immer mehrere Entscheider beteiligt. Auch zum Zeitpunkt des Kaufabschlusses ist es gut möglich, dass Entscheider ein letztes Mal vor Unterzeichnung des Vertrags auf die Unternehmenswebsite zurückkommen. Suchmaschinenmarketing ist also auch hier relevant, um sich gegen Konkurrenten mit einer hohen Sichtbarkeit zu behaupten.

Auch weitere Unterseiten können neben den reinen Produktseiten jetzt noch einmal relevant werden. Dazu zählen die Startseite, die Team oder Über uns Seite oder auch Informationsseiten zu Lieferkonditionen. Fragen und Einwände, die Entscheider kurz vor dem Kaufabschluss noch haben können sind zum Beispiel:

  • Wie groß ist das Unternehmen nochmal genau? Können die für unsere Anforderungen zügig genug produzieren?
  • Wer ist nochmal der verantwortliche Ansprechpartner, wenn es zu Porblemen kommt?
  • Decken sich die Liefer- und Versandbedingungen mit dem, was wir uns vorstellen?

Einwände und offene Fragen, die kurz vor der Kaufentscheidung noch einmal aufkommen, besonders wenn ein Informationsmissstand zwischen den Entscheidern herrscht, können innerhalb eines FAQs auf der Website beantwortet und auffindbar gemacht werden.

Phase 4: Engagement

In der vierten Phase geht es um das Erlebnis des Kunden mit dem Produkt oder der Dienstleistung des Lieferanten. Das Thema Suchmaschinenmarketing spielt hier einer eher untergeordnete Rolle. Dennoch sollte die Auffindbarkeit der Website weiterhin Beachtung finden. Die Supporthotline oder Kontaktmöglichkeiten zum Lieferanten werden nicht selten auf der Website gesucht.

Weiterhin kann die Website der Firma sinnvolle Inhalte für Kunden bereitstellen, um die Erfahrung mit Produkten und Leistungen in die Höhe zu heben. Erklärvideos, FAQ-Elemente oder Anleitungen in PDF-Format können hier sinnvoll sein.

Phase 5: Kundenbindung

Zuletzt geht es um die wichtigste Phase: die Kundenbindung. Damit Kunden zu Wiederkäufern werden, ist es wichtig eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Die alte Leier. Du kennst dich aus!

Wie wir oben bereits aufgezeigt haben, ist für eine langfristige Bindung auch der Einsatz von Emotionen im B2B Umfeld notwendig. Wir denken in dieser Phase neben den klassischen Maßnahmen wie Hausbesuche, E-Mail Newsletter und Social Media Followings auch an spezifische Markenkampagnen. An dieser Stelle können branded SEO als auch Google Adwords hilfreiche Werkzeuge sein, um Wiedererkennungswert zu schaffen.

„Was?! Das bieten die auch an? Das wusste ich ja gar nicht. Da sind wir ja eh schon Kunde.“

Oder auch „Ah, wieder die, die sehe ich irgendwie immer bei Google, wenn ich was suche..“

Auf diese Weise wird über einen langfristigen Zeitraum Nähe zwischen Kunden und Anbieterunternehmen geschaffen.

Inbound Marketing Strategien: Leads durch B2B Suchmaschinenmarketing generieren 

Jetzt mal tacheles: Das ganze theoretische Gerede über Suchmaschinenmarketing für B2B Unternehmen ist ja gut und schön, aber kommen wir mal ans Eingemachte. B2B Suchmaschinenwerbung und Suchmaschinenoptimierung sind am Ende Werkzeuge, um gezielt Leads und damit Neukunden zu gewinnen und auf diese Weise den Umsatz deines Unternehmens zu steigern.

Im folgenden haben wir für dich entsprechend die wichtigsten, praktischen Stellschrauben für die Suchmaschinenwerbung als auch die SEO für B2B Unternehmen zusammengetragen.

Suchmaschinenwerbung mit B2B-Fokus im Überblick – Die 5 wichtigsten SEA Stellschrauben

Stellschrauben im Suchmaschinenmarketing

Die wirkliche Suchintention der gesuchten Keywords aufgreifen

Beginnen wir mit der ersten und wichtigsten Stellschraube. Wenn du nur diese eine Sache aus dem gesamten Artikel behältst, dann hast du bereits das Potenzial, deine Suchmaschinenkampagnen drastisch zu verbessern.

Im Rahmen von bezahlter Suchmaschinenwerbung sind für die meisten B2B Unternehmen grundsätzlich zwei Arten von Suchintentionen relevant:

  • Kommerzielle Nutzersuchen
  • Informelle Nutzersuchen

Je näher eine Suchanfrage an der finalen Kaufentscheidung des Nutzers ist, desto relevanter ist sie wahrscheinlich für deine Ad-Kampagne. Kommerzielle Suchen sind sehr nah an der Kaufentscheidung. Informelle Suchen sind hingegen eher weiter entfernt.

Um Suchanzeigen in deinem B2B Unternehmen schnellstmöglich profitabel zu gestalten, ist es empfehlenswert den Fokus als erstes auf die kommerziellen Begriffe zu legen. Diese liegen weit unten im Marketing-Funnel, was in Nicht-Marketing-Sprache so viel heißt wie, dass sie nah an der Kaufentscheidung liegen.

Da die meisten B2B Hersteller und Händler größtenteils mit strategischen Einkäufern, Technikern, Ingenieuren, Produktmanagern und Geschäftsführern zutun haben, die meistens genau wissen was sie brauchen, sind Suchmaschinenanzeigen in diesen Fällen mit Bedarfsbedienung gleichzusetzen.

Sprich: Ein Einkäufer sucht einen Anbieter für ein benötigtes Teil, kommt über eine Google Ad auf die Herstellerseite und fragt dieses dort an.

Stellschrauben im Suchmaschinenmarketing

Die richtigen Keyword-Optionen (Matchtypes) verwenden

Zusätzlich zur wirklichen Suchintention der gesuchten Keywords kommen bei Google Ads die sogenannten Matchtypes. Hier einmal ein Überblick über die gängigen Keyword-Optionen von Google Adwords. In diesem Artikel von Google selbst kannst du diese auch noch einmal im Detail nachlesen.

  • Weitgehend passend
  • „Passende Wortgruppe“
  • [Genau passend]

Du siehst, die einzelnen Keywords werden durch bestimmte Kennzeichen markiert. Im Google Adwords Kampagnenmanager kannst du die einzelnen Keyword-Optionen auch mit den entsprechenden Kennzeichnungen einbauen. Also keine Sonderkennzeichnung bei weitgehend passenden Keywords, Anführungszeichen bei passenden Wortgruppen und eckige Klammern bei genau passenden Begriffen.

Ein häufiger Fehler, den wir bei voreingestellten Adwords-Kampagnen von Kunden beobachten ist der, dass die Matchtypes häufig zu breit eingestellt sind. Meistens nutzen Kunden gar keine Kennzeichnung. Das hat zur Folge, dass Google alle Keywords als weitgehend passend ausspielt.

Weitgehend passend heißt dann, dass Google die Keywords für jede erdenkliche, freie Suchanfrage ausspielen wird und du auch für hunderte bis tausende unpassender Suchanfragen viel Geld ausgeben wirst.

Als Faustregel gilt: Für den Kampagnenstart verwendest du ausschließlich wenige, höchst genaue Keywords in der Kennzeichnung [Genau Passend] in eckigen Klammern. Auf diese Weise hast du die maximale Kontrolle über die Ausspielung deiner Suchanzeigen.

Keyword Optionen in Google Ads
Google Adwords Keyword-Optionen (Match-Types) am Beispiel von „Draht Hersteller“
Stellschrauben im Suchmaschinenmarketing

Spezifische Landingpages einsetzen

Weiter geht es mit der Verwendung spezifischer Landingpages. Weißt du, was wir als Agentur am häufigsten zu Gesicht bekommen, wenn wir einen Blick in die laufenden Google Adwords Kampagnen von Industrieherstellern und -händlern werfen?

Dass die Startseite als Zielseite für jegliche Kampagnen verwendet wird!

Das ist jedoch nicht in allen Fällen sinnvoll. Was du dir immer vor Augen führen musst, ist dass auf der anderen Seite ein suchender Mensch steht, der eine gewisse Erwartung hat.

Je nach gesuchtem Keyword, verfolgt er eine bestimmte Intention mit seiner Recherche. Dein Ziel sollte es immer sein, dem Nutzer die Landingpage zu bieten, die seine Suchintention erfüllt.

Wenn du Drahthersteller bist und dies auf deiner Startseite entsprechend klar darstellst, ist die Startseite die ideale Landingpage für eine Suche zum Thema „Drahthersteller“. Sollte ein strategischer Einkäufer jedoch nach „Kupferdraht Legierung“ suchen, eignet sich die Startseite schon weniger. In diesem Fall wäre es eine Überlegung wert, eine eigene Kampagne oder Anzeigengruppe für den Spezialbereich Kupferdraht einzurichten und dafür eine eigene Landingpage URL zu bauen.

Auf diese Weise schaffst du es ganz spezifische Nutzerintentionen zu verfolgen und die perfekte Landingpage zu bieten. Damit wirst du bereits den meisten B2B Unternehmen einen Schritt voraus sein. 🙂

Stellschrauben im Suchmaschinenmarketing

Großartige Anzeigentexte schreiben, die Einkäufer gezielt ansprechen

Wo liegt der konkrete Unterschied zwischen einem guten Anzeigentext und einem großartigen, der strategische Einkäufer, Ingenieure und Suchende genau dort abholt, wo sie es sich wünschen? Weißt du es?

Du kannst es dir wahrscheinlich denken. Es geht erneut um die Erkennung der Suchintention des Recherchierenden. 😉 B2B Suchanzeigen sollten zudem mit Fakten glänzen und die Fachsprache der Zielgruppe berücksichtigen. Dazu können auch gegebenenfalls zutreffende ISO-Normen, technisches Vokabular oder Zahlen und Daten gehören.

Wichtig ist auch, dass du die entsprechenden Keywords im Anzeigentitel als auch Anzeigentext verwendest, für die die Anzeige schlussendlich ausgespielt werden soll.

Im Detail gehen wir auf das Thema großartige Anzeigen Texte in unserem Artikel zum Thema B2B Google Ads ein.

Stellschrauben im Suchmaschinenmarketing

Conversiontracking richtig einsetzen

Der fünfte und letzte Tipp zum Thema Google Ads für B2B Unternehmen ist das Thema Conversiontracking. Nur weil es hier der letzte aufgeführte Tipp ist, möchten wir nicht, dass das Thema einfach unter den Tisch gekehrt wird.

Im Gegenteil: Wir empfehlen dir, dich möglichst mit dem Thema Conversions zu befassen. Eine Conversion ist ein erreichtes Ziel auf deiner B2B Website. Das kann zum Beispiel sein, wenn ein Nutzer das Produktanfrageformular ausfüllt, eine allgemeine Anfrage schickt, eine Telefonnummer wählt oder einen Kaufabschluss im Webshop tätigt.

Das Tracking wird korrekterweise über den Google Tag Manager eingerichtet und über Google Analytics ausgewertet. Nur auf diese Weise kannst du deine Kampagnen nachhaltig optimieren und an Conversionziele anpassen.

Suchmaschinenoptimierung für B2B im Überblick – Die 5 wichtigsten SEO Stellschrauben

Stellschrauben im Suchmaschinenmarketing

Die wirkliche Suchintention des Nutzers erkennen

Kommen wir noch einmal zu dem Thema Suchintention, welches natürlich auch in der SEO die entscheidende Rolle spielt. Die wirkliche Suchintention hinter einer Nutzeranfrage zu entschlüsseln ist der wohl mit Abstand größte Hebel im gesamten Suchmaschinenmarketing, bei bezahlten Anzeigen als auch bei der SEO.

Merke dir: Die Art der Suchanfrage entscheidet darüber, welche Inhalte (Antworten) sich der Suchende von seiner Recherche erhofft.

Wenn der Google Algorithmus hier korrekt entscheidet, sollten die Websites mit den besten Antworten entsprechend oben in der Suche erscheinen. Die Betonung liegt auf „wenn„. 😉

Dazu noch einmal das obige Beispiel mit Max: Auf der Suche nach einem neuen Lieferanten für Kupferdraht recherchiert er bei Google mit dem Suchbegriff „Kupferdraht Hersteller“. Das kannst du einmal selbst nebenher tun.

Nach Max Suchintention erwartet er möglichst Kontakte zu Herstellern von Kupferdraht. Google wird ihm hier genau zwei Dinge präsentieren:

  1. Seiten, die Verzeichnisse und Listen von Kupferdraht-Herstellern listen
  2. Websites von Kupferdraht-Herstellern selbst

Es ist ganz wichtig zu verstehen, was hier nicht für Inhalte gefunden werden. Es gibt zum Beispiel keine Artikel oder Blogbeiträge zum Thema Kupferdraht-Hersteller. Auch wirst du unter dieser Suchanfrage keine Foren oder Videoformate finden.

Ganz anders sähe es zum Beispiel bei der Anfrage zum Thema „Kupferdraht Herstellung“ aus. Hier findest du informelle Artikel, Videoergebnisse und wissenschaftliche Beiträge, nicht aber Herstellerverzeichnisse.

Stellschrauben im Suchmaschinenmarketing

Keywords für jede Funnelposition

In der SEO kannst du Content für jede Position im Verkaufstrichter (Funnel) erstellen und veröffentlichen. Je weiter oben du mit deiner Keyword Recherche startest, desto früher holst du den Suchenden mit deinen Inhalten ab.

Fairerweise möchten wir an dieser Stelle allerdings anmerken, dass Inhalte, die sich in frühe Phasen des Funnels einsortieren lassen meistens allgemeiner oder informeller Natur sind und nicht unmittelbar mit direkten Umsatzerlösen in Verbindung stehen.

Im Rahmen einer ganzheitlichen SEO-Strategie empfehlen wir alle Ebenen des Funnels mit Content abzudecken. Starten solltest du jedoch stets unten im Funnel mit den wichtigsten kommerziellen Keywords, die nahe an der Kaufintention deiner Zielgruppe stehen.

B2B SEO Keywords nach Funnelebenen
Der B2B Marketing Funnel: SEO relevante Suchanfragen auf drei Ebenen
Stellschrauben im Suchmaschinenmarketing

Content Content Content, aber richtig!

Ein enormes Potenzial steckt heute noch immer im Content auf B2B Websites. Warum?

Was auf vielen B2C Websites bereits Gang und Gebe ist, müssen B2B Unternehmen häufig noch lernen: ganzheitliche, nutzerzentrierte Inhalte schaffen. Texte, die auf Hersteller- und Händlerwebsites zu finden sind, haben oft dünnen Content.

Doch was heißt das genau?

Dünner Content bezeichnet Inhalte, die wenig Ausführlichkeit, kaum Tiefe und keine ganzheitliche Informationsquelle darstellen. Dieses Phänomen rührt daher, dass Websites im B2B derzeit noch nicht die nötige Aufmersamkeit bekommen, die sie bräuchten.

Es gibt weder Strategien noch Hintergedanken hinter den veröffentlichten Webinhalten. Richtig guter B2B Webcontent sollte den Suchenden möglichst ganzheitlich abholen und keine Fragen offen lassen. So bleibt dieser auf der Website, weil er gar keine weitere Informationsquelle mehr benötigt.

Wenn du Marketingmanager, Webmaster oder Geschäftsführer eines mittelständischen B2B-Unternehmen bist und großartigen Content auf eurer Seite veröffentlichen willst, schau dir einmal die folgende Checkliste an.

Beim Schreiben von B2B Content kannst du diese Punkte beachten:

  • Vor Content-Erstellung für jede Themenseite rund um das Haupt-Keyword eine ausführliche Keyword-Recherche machen
  • Das Haupt-Keyword bei Google eingeben und deine Top-Wettbewerber analysieren
  • Den neuen Content ganzheitlich gestalten, mehr bieten als die Konkurrenz
  • Aus den Keywords die relevantesten Fragen deiner Zielgruppe ableiten und im Text beantworten
Stellschrauben im Suchmaschinenmarketing

SEO Landingpages richtig bauen

Um Suchmaschinenoptimierung richtig zu betreiben, sind Landingpages nötig. Ja, auch für die SEO, nicht nur für bezahlte Werbekampagnen, sind Landingpages sinnvoll!

Während die Landingpage einer Ad-Kampagne oft eher schlank und verkaufend aufgebaut ist, stellt sich die SEO Landingpage meist mit ausführlichen Inhalten dar.

In manchen Fällen ist es auch sinnvoll, dass SEO und SEA Landingpages identisch sind. Dieser Fall trifft beispielsweise auf die Startseite vieler B2B Unternehmen zu. Diese dient als mögliche Kampagnenseite, wenn du diese zum Beispiel auf „Draht Hersteller“ oder „Mobilfunkverstärker Händler“ ausgelegt hast.

Ähnlich wie weiter oben bereits beim Content erwähnt, sollte die B2B SEO Landingpage auf Grundlage einer Keyword- und Konkurrenzanalyse konstruiert werden. Folgende Elemente sollten ebenfalls nicht auf deiner SEO Seite fehlen:

  • Keyword bezogener Content in Form von Beantwortung Nutzer relevanter Fragen
  • Vorstellung von Alleinstellungsmerkmalen
  • Technische Datenblätter, Zahlen, Daten
  • Anwendungsbezüge
  • CTA mit persönlichem Ansprechpartner, z.B. Produktmanager oder Vertriebsmitarbeiter
Stellschrauben im Suchmaschinenmarketing

Linkbuilding

Kommen wir zur letzten Stellschraube für deine B2B SEO-Strategie. Vom Thema Linkbuilding hast du bestimmt zuvor schon gehört. Für viele Menschen, die erstmals mit dem Thema Suchmaschinenmarketing in Kontakt kommen, ist es dennoch ein weißes Blatt.

Eigentlich könnten wir alleine zu diesem Thema einen ganzen Artikel verfassen und wahrscheinlich tun wir das auch in der Zukunft. Er wird dann an dieser Stelle verlinkt werden. 😉

Doch für heute möchten wir dir an dieser Stelle erst einmal eine kurze Einführung in das Thema geben. Zu Eingliederungszwecken: Das Thema Linkbuilding gehört wie oben erwähnt zur großen Thematik der Offpage SEO. Sprich, alle Maßnahmen, die außerhalb der eigenen Website geschehen.

Merke: Linkbuilding gehört zur Offpage SEO und geschieht außerhalb deiner B2B-Website.

Jede Website wird über den Google-Algorithmus auf ein bestimmtes Vertraueneslevel eingestuft. Dieses Level an Vertrauen ergibt sich aus der Anzahl sowie Qualität der externen Verlinkungen, die auf die Website zeigen.

Als Hersteller- oder Händler hast du mit Sicherheit bereits einige Links von Lieferanten, Partnern oder Kunden gesammelt, die von außen auf deine Seite zeigen. Daraus ergibt sich dein Vertrauenswert.

Bestimmte SEO-Softwareanbieter betiteln diesen Wert meistens als „Domain Rating“ (ahrefs) oder „Domain Authority“ (Ubersuggest). Der bekannte Anbieter Sistrix fasst Vertrauenswert als auch weitere Faktoren wie zum Beispiel den geschätzten Seitentraffic oder die Keywordrankings unter einem Wert namens „Sichtbarkeitsindex“ (SI) zusammen. In den jeweiligen Tools kannst du dein Linkprofil abrufen und dir deinen Vertrauenswert ausspielen lassen.

Das Domain Rating (DR) von profishop.de im Backlink Checker von ahrefs

Im Linkbuilding geht es darum, sich mit einem möglichst starken Vertrauenswert durchzusetzen. Dabei kommt es nicht darauf an möglichst viele Websites dazu zu überzeugen auf deine Seite zu verlinken, sondern möglichst relevante aus deiner Nische oder Branche.

Ein Link eines kooperierenden Lieferanten aus der selben Branche kann dabei weitaus mehr wert sein, als irgendeine Verlinkung in einem bekannten Online Magazin, das auch auf jeden zweiten anderen Anbieter verweist.

Doch aufgepasst: Bei all den kooperativen Verlinkungen soll dennoch angemerkt sein, dass manuelles Linkbuilding von Seiten den Google Richtlinien nicht erwünscht ist. Daher pass auf, wie du dieses betreibst oder wende dich direkt an einen Experten.

Als erfahrene Agentur für Linkbuilding in B2B Branchen unterstützen wir dich gerne dabei deine Website mit starken Links nach vorne zu bringen. Hier kannst du einen Termin bei uns buchen.

Fazit: Das musst du beachten beim B2B Suchmaschinenmarketing

B2B Suchmaschinenmarketing stellt die zentrale Säule einer jeden B2B (Online) Marketing Strategie dar. Strategische Einkäufer, Ingenieure, Techniker, Geschäftsführer und Suchende die mit deinem Unternehmen über Touchpoints in Kontakt treten und interagieren, finden dich über Suchmaschinenoptimierung und SEA.

Deine B2B-Website steht dabei im Zentrum dieser Strategie und dient als Kommunikationsvehikel zwischen Interessent und Unternehmen. Eine großartige B2B Seite ist von Grund auf anhand der kommerziellen Fokus-Keywords deines Angebots strukturiert. Darauf bauen deine Inhalte auf, die den suchenden Einkäufer informieren und ihn zu einer Anfrage auf deiner Seite animieren.

Während du mithilfe einer SEO-Strategie zu langfrisitiger Sichtbarkeit kommen kannst und Einkäufer mit deinen Inhalten schon früh in der Customer Journey abholst, kannst du dank fokussierter Anzeigenschaltung schnell und effektiv Anfragen generieren.

Weitere Beiträge

Kostenfreie Potenzialanalyse

Genug informiert? Komme jetzt in die Umsetzung!

Potenzialgespräch mit Robert Siegers
Popup Png Kreis

Einen kostenfreien B2B-Marketing Tipp pro Woche per E-Mail erhalten!

Melde dich jetzt für unseren Newsletter an. Keine Werbung. Kein Spam. Ausschließlich hilfreicher Inhalt.